Wie war das noch mal mit der Niere...?


... und ihrer Funktion?

 

Die Nieren sind hinter dem Bauchfell (retroperitoneal) lokalisiert, wobei die rechte Niere  üblicherweise aufgrund der darüber liegenden Leber etwas weiter unten liegt als die linke. Über das Nierenbecken und die Harnleiter erfolgt die Ableitung in die Harnblase. Dieser angeschlossen bildet die Harnröhre den Abschluss der sog. „ableitenden Harnwege“.

Entgegen der verbreiteten Annahme ist die Niere ein hochkomplexes Organ mit multiplen Funktionen.

Die primäre Funktion der Niere liegt sicherlich in der Erhaltung des Flüssigkeitshaushalts wie auch der Ausscheidung von Giftstoffen (z.B.  dem Abbau von Proteinprodukten) aus dem Körper.

 

Durch Anpassung der arteriellen Durchblutung der Niere reguliert der Körper, welche Menge an Harn in die ableitenden Harnwege „gepresst“ und dadurch wie viel Harn ausgeschieden wird. Über diesen Vorgang werden ca. 180 Liter „Primärharn“ pro Tag produziert. Komplizierte Transportsysteme in den kleinsten „Harnröhrchen“ sorgen dafür, dass es zu einer Harnkonzentration auf ca. 1-2 Liter täglich kommt.

 

Verschieden Hormone, v.a. das in der Hirnanhangdrüse gebildete ADH, regulieren wie viel Flüssigkeit im Körper gehalten wird. Alkohol, Kaffee etc. bewirken z.B. eine Hemmung der ADH-Produktion, wodurch es zu einer vermehrten Harnproduktion kommt.  Dies erklärt auch, warum man nach dem Genuss von Bier oder Kaffee das stille Örtchen vermehrt frequentieren 


... als Hormonproduzent?

 

Einerseits hat die Niere ihre Funktion als Filterapparat zu erfüllen, andererseits ist sie ein hormonbildendes Organ und nimmt daher Einfluss auf andere Körperbereiche.

 

Durch die Bildung von Erythropoetin fördert sie u.a. die vermehrte Bildung von roten Blutkörperchen im Knochenmark und verbessert so die Transportfähigkeit von Sauerstoff im Körper.

 

 

Die Ausschüttung von Erythropoetin kann durch die verminderte Sauerstoffkonzentration in großen Höhen angeregt werden, was sich z.B. Leistungssportler im Höhentrainingslager zunutze machen und auch erklärt, warum ein Nepalese beim Bergaufstieg locker dem Durchschnittseuropäer enteilt (selbst wenn er auch noch das Gepäck zu tragen hat).

Ein weiteres Hormon stellt das Vitamin D dar. Diesem sehr in die Mode gekommenen Hormon werden multiple Funktionen zugesprochen: von der Beeinflussung des Gleichgewichtssinns bis zur krebsprotektiven Wirkung (wenn man den zahlreichen Berichten Glauben schenken darf, ist es ein Wunder, dass sich ohne entsprechende Medikamenteneinnahme überhaupt eine menschliche Population in Mitteleuropa entwickeln konnte).

 

Unbestritten ist aber der Einfluss auf den Knochenstoffwechsel: Durch vermehrte Aufnahme von Kalzium im Darm und verminderte Ausscheidung von Kalzium sowie Phosphat in der Niere kommt es zu vermehrter Knochenmineralisation sowie vermehrter Bildung von Knochenmasse. Da die Bildung von Vitamin D abhängig von der Sonneneinstrahlung ist, sind die in mittel- und nordeuropäischen Breiten angesiedelten Völker häufiger von einer Mangelsituation betroffen.