Wie war das nochmal mit der Leber...?


... und ihrer Funktion?

 

Im rechten Oberbauch gelegen wird die Leber grob in zwei Lappen (rechts bzw. links) unterteilt. Sie befindet sich direkt unter dem Zwerchfell. Ihr anhängig ist die Gallenblase.

 

Sie wird einerseits durch ein eigenes arterielles Blutkreislaufsystem mit Sauerstoff versorgt, anderseits aber auch durch die Pfortader („Vena portae“) mit nährstoffreichem, eher sauerstoffarmen Blut gespeist.

 

 

Als Produktionsort von Blutgerinnungsfaktoren, Transportproteinen, Zucker-, Vitamin- und Fettspeicher sowie Abbauort von Giftstoffen, Medikamenten, etc. fallen der Leber multiple Aufgaben zu. Eine oft unbekannte Funktion liegt in der Bildung von Proteinen, ohne die ein Transport von Vitaminen, Eisen, Elektrolyten, etc. nicht möglich wäre.

 

Als Abbaubauorgan alkoholischer Genussmittel findet die Leber auch in der Bevölkerung erhebliche Beachtung. Selbige werden durch eine Alkoholdehydrogenase abgebaut, die in verschiedenen Volksgruppen wie auch individuell in unterschiedlichem Maße vorhanden ist. Dies dürfte auch die akzelerierte Alkoholisierung von Ostasiaten erklären. 

 

Übrigens sind bei paralleler Einnahme von Medikamenten und Alkohol vor allem Schmerzmittel (sogenannte NSAR-Präparate) zu beachten, da diese zu einem verminderten Abbau desselbigen führen.

In der Leber werden eine Vielzahl an Medikamenten durch Bindung oder Metabolisierung wasserlöslich gemacht und können dadurch erst ausgeschieden werden. Hierbei liegt auch eine wesentliche Gefahr der Polypharmazie (Einnahme zahlreicher Medikamente), da es durch eine gegenseitige Hemmung des Abbaus zur Anhäufung von Medikamenten im Blutkreislauf 


... und Blutwerten?

 

Meistbeachteter Laborwert im Zusammenhang mit der Leber ist der sogenannte „Gamma-GT-Wert“, der oft mit Alkoholismus in Zusammenhang gebracht wird. Jedoch liegt bei einem nicht unwesentlichen Teil der Bevölkerung einer Erhöhung dieses Werts eine möglicherweise nicht-alkoholisch-bedingte Fettleber zugrunde. Dieses verstärkt beobachtbare Phänomen ist sicherlich auch durch unsere Wohlstandsgesellschaft und den damit verbunden kalorienreichen Genüssen bedingt.

 

Was viele nicht wissen: Eine Fettleber kann sich jedoch auch durch übermäßigen Fruchtkonsum (durch Aufnahme von Fructose) entwickeln. So sind auch Vitamine im Übermaß nicht immer der Gesundheit dienlich.

 

Weitere Laborwerte, die Beachtung in Bezug auf Leberfunktionsstörungen finden, sind GPT, GOT, CHE, ALP und Bilirubin:

Eine Erhöhung des GPT-Werts kann auf eine Leberentzündung wie z.B. eine Hepatitis B oder C hindeuten.

Die ALP kann zusammen mit einer Erhöhung des Gamma-GT- und des Bilirubin-Werts Hinweis auf eine Galleanstauung sein (wie z.B. bei Gallensteinleiden). Die CHE (eigentlich Pseudocholinesterase) gibt Auskunft über die Produktionsleistung der Leber und deutet bei Verminderung auf eine Zirrhoseerkrankung hin.

Die GOT ist Bestandteil vieler Zellen (z.B. auch Muskelzellen). Eine chronische Erhöhung über dem GPT-Wert deutet auf eine schwere Leberzellschädigung hin.

Bilirubin ein Abbauprodukt des Hämoglobin (transportiert den Sauerstoff) wird über die Galle ausgeschieden und kann bei Abflussproblemen ansteigen (z.B. Verschluss der Gallenwege durch Gallensteine oder einen Tumor), jedoch auch bei einer Leberzirrhose erhöht sein.

 

Ein Ausfall der Leberfunktion hat mannigfaltige Auswirkungen auf körperliche Prozesse. Es kann beispielsweise verstärkt zu Blutungen und komaartigen Zuständen (durch Anhäufung von Giftstoffen) kommen.