Wie war das noch mal mit der Galle?


Internist Dr. Stefan Moser Facharzt für Innere Medizin in Hörsching bei Linz, Oberöstereich - Abklärung von Gallenerkrankungen

Bereits die Antike erachtete die Galle als wesentliches Element der (Vier)Säftelehre und damit des menschlichen Gleichgewichts.

Ein Übermaß von Galle wurde bestimmten Charakteren, wie „Cholerikern“ (gelbe Galle) oder „Melancholikern“ (schwarze Galle) zugeschrieben.

Der eigentliche Bildungsort der Gallenflüssigkeit ist jedoch nicht – wie von vielen angenommen – die Gallenblase sondern die Leber. Ihr Weg führt über zusammenlaufende Gallenwege schlussendlich in den Zwölffingerdarm. Die Gallenblase stellt lediglich ein Reservoir dar, in dem es zu einer Eindickung kommt. Nach dem Essen zieht sie sich zusammen und entleert ihren Inhalt in den Darm.

 

Das transportierte Abbauprodukt des Hämoglobinstoffwechsels, das Bilirubin, führt zur Braunfärbung des Stuhls. Ein Abflusshindernis führt durch Anhäufung von Bilirubin im Körper zur Gelbfärbung des Stuhls und zur sogenannten „Gelbsucht“.

 

Weiters wird durch die Galle nach der Bindung von Medikamenten und Giftstoffen deren Transport in den Darm gewährleistet (und diese dann über den Stuhl ausgeschieden).

 

Ein weiterer wesentlicher Wirkmechanismus besteht in der Regulierung des Cholesterinstoffwechsels. Einerseits wird Cholesterin ausgeschieden, da ein Übermaß an selbigem zur Bildung von Cholesteringallensteinen führt, andererseits ist es auch essentiell an der Aufnahme von Fetten aus dem Darm ins Blut beteiligt, was auch die Probleme von Gallenblasenoperierten mit stark fetthaltigen Speisen erklärt.